Artikel in der Kategorie 'Krankenversicherung'


Der “modifizierte Standardtarif” für alle die nicht krankenversichert sind.

Die Krankenversicherer, die im PKV-Verband organisiert sind, haben sich nun auf eine einheitliche Linie festgelegt, was im neuen, vom Gesetzgeber vorgeschriebenen, sogenannte “modifizierten Standardtarif” rein können, gezahlt wird.
Seit 1. Juli 2007 hat dieser Personenkreis ein Recht, sich im „modifizierten Standardtarif“ der PKV zu versichern. Gesetzliche Grundlage ist das Wettbewerbsstärkungsgesetz, das
- für die PKV-Unternehmen Annahmezwang,
- den Verzicht auf Risikozuschläge und
- eine Begrenzung des Beitrags auf den durchschnittlichen Höchstbeitrag der GKV vorsieht.

Ab sofort bekommen diejenigen der heute Nichtversicherten, die sich bis zum 31. Dezember 2007 im Standardtarif versichern, nach einer Wartezeit von drei bzw. acht Monaten auch laufende Behandlungen erstattet. Die Vereinbarung von Wartezeiten ist notwendig, da sich aus Sicht der Privaten Krankenversicherer die Betroffenen sonst nur bei akuter Erkrankung versichern.

Matthias Beenken ergänzt in seinem gestrigen Bericht im versicherungsjournal.de den schönen Begriff des “Moral Hazard”. Ein Begriff der ursprünglich aus der Versicherungswissenschaft kommt und im deutschen am ehesten mit “subjektives Risiko” übersetzt werden kann. Letztendlich beschreibt er den Wunsch des Menschen eine Versicherung nur dann abzuschließen, wenn er sie wirklich braucht. Und wenn er sie wahrscheinlich nicht braucht es doch eher zu lassen. Aber alle Laien ahnen und die Experten wissen, dass Versicherung so nicht fuktioniert. Deshablb dürfen wir gespannt sein
wie der “modifizierte Standardtarif” funktioniert und wann er das erste Mal modifiziert werden muss.

 


Die Deutschen sind zu dick

Endlich haben unsere allseits geschätzten Volksvertreter mal wieder etwas gefunden, was noch nicht gesetzlich reguliert ist. Diesmal geht es um Sport und Ernährung, die Bundesbürger sind nämlich zu dick, das kostet die Krankenkassen eine Menge Geld und deswegen muss das geändert werden. Hier nachzulesen.

Anstatt nun -wie z.B. in Großbritannien bereits seit Jahren bewährt- die Lebensmittleindustrie zu zwingen, ihre Produkte einfach und verständlich zu kennzeichnen, sucht man mal wieder den deutschen Sonderweg, der sich sicher wieder dadurch auszeichnen wird, dass er erst mal gar nicht funktioniert und später dann viel komplizierter sein wird als notwendig (sh. Maut/Kinderbetreuung/Steuersystem…).

Sicher wäre es auch nötig, in Kindergärten und Schulen vermehrt Sport und Ernährungskunde anzubieten, aber das kostet ja Geld und ist somit nicht erwünscht. Da hauen wir mal lieber ein paar Millionen für eine riesige Medienkampagne raus…

Mein Vorschlag: “Führen durch Vormachen”. Ich fände es klasse, wenn Angie Merkel, Kurt Beck, Ulla Schmidt und vielleicht noch der selbsternannte “Gesundheitsexperte” Wolfgang Zöller eine Fasten- und Fitnessgruppe gründeten, mit dem Ziel, bis zum Jahresende gemeinsam 50 Kilo abzunhemen.  (Thierse könnte ähnliches durch eine simple Rasur erreichen, das ist zu einfach, deshalb darf er nicht mitspielen).

Wie würden wir uns freuen, wenn wir täglich um 06.30h via Liveübertragung aus Berlin daran teilhaben könnten, wie die Spitzen der Politik beim Joggen oder im Kraftraum schwitzen, um selbst zumindest annähernd dem Bild des schlanken, ranken, gelenkigen und kerngesunden deutschen Bürgers zu entsprechen, das sie propagieren.

Mein Respekt wäre den Vertretern der politischen Klasse jedenfalls erstmals sicher.