Versicherung für Gründer: von Krankenversicherung bis D&O-Versicherung

Das Thema Versicherung für Gründer ist auf Netzwerktreffen und bei Gesprächen mit Experten immer sehr beliebt. Natürlich gehört zur Neugründung eines Unternehmens auch die Klärung der Frage nach den richtigen Versicherungen. Doch viele Gründer lassen sich bei der Auswahl in die Irre treiben und muten sich finanziell zu viel zu. Wir haben einen Blick auf die wichtigsten Versicherungen geworfen und genau beleuchtet, was Du brauchst und was Du erst nach und nach absichern kannst. Generell gilt: Baue Dir einen guten Basisschutz auf und erweitere diesen nach und nach, abhängig von Bedarf und finanziellen Mitteln.

Generell bietet es sich an, zwischen den Versicherungen zu unterscheiden, die Du als Gründer benötigst und die Dein Unternehmen für den Start braucht.

Es gibt Versicherungen, die sind für Gründer essentiell und andere können erst einmal als nebensächlich beachtet werden. Foto: Adobe Stock Solisimages
Es gibt Versicherungen, die sind für Gründer essentiell und andere können erst einmal als nebensächlich beachtet werden.
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Krankenversicherung: Optimaler Schutz für Dich als Gründer

Eine wichtige Versicherung für Gründer ist die Krankenversicherung. Sie zählt in Deutschland zu den Pflichtversicherungen und sollte auf jeden Fall sorgsam ausgewählt werden, denn neben preislichen Unterschieden warten vor allem Differenzen im Leistungsbereich auf Dich.
Gründer haben die Möglichkeit, sich in der gesetzlichen oder privaten Krankenkasse zu versichern, je nachdem, wie viel Gehalt sie sich selbst auszahlen und in welcher Situation sie sich befinden. Beide Versicherungen haben Vor- und Nachteile, die es bei der Entscheidung zu betrachten gilt.

Die gesetzliche Krankenkasse ist für Gründer eine gute Lösung, da die Beiträge nicht vom Gesundheitszustand und vom Alter abhängen, sondern von Deinem Einkommen. Sollte sich Dein Start-up momentan also noch in der Anfangsphase befinden und Du Dir nicht so viel Gehalt auszahlen, ist die gesetzliche Krankenkasse vermutlich eine gute und sichere Wahl für Dich. Du sicherst Dir mit der Absicherung die medizinischen Behandlungen und kannst durch Zusatzversicherungen Dein Leistungspaket noch erweitern. Die bekanntesten Zusatzversicherungen sind beispielsweise die Zahnzusatzversicherungen oder eine erweiterte Versicherung bezüglich Anwendungen beim Heilpraktiker.
Ein weiterer Vorteil der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Familienversicherung. Solltest Du einen Partner haben, der nicht selbst versichert ist, oder solltet Ihr bereits Kinder haben, kannst Du diese ohne Mehrkosten mitversichern. Besonders, wenn noch Kinder in Planung sind, ist die gesetzliche Krankenversicherung also von Vorteil.

Versicherung für Gründer
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine wichtige Absicherung für Gründer.
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Die private Krankenkasse überzeugt hingegen mit ihrem Leistungspaket. Du erhältst bei der Privaten nicht nur die Möglichkeit, neueste medizinische Behandlungen zu nutzen, sondern kannst auch die Chefarztbehandlung genießen und zudem von weiteren Vorteilen profitieren. Der Beitrag richtet sich nach Deinem Alter und Gesundheitszustand. Je jünger und gesünder Du bist, desto attraktiver gestaltet sich der Tarif. Allerdings ist eine Familienversicherung in der privaten Krankenversicherung nicht vorgesehen. Du musst also sowohl Deinen Partner als auch Deine Kinder mit einem eigenen Vertrag absichern.
Zudem besteht die Gefahr, dass die Private im Alter die Beitragshöhe anhebt, da auch das Risiko steigt. Gerade ältere wundern sich oft sehr, wieso ihre Beiträge so stark gestiegen sind.

Versicherungen für Gründer
Egal, in welcher Branche Du Dein Unternehmen gegründet hast: Eine Absicherung ist unumgänglich.
Foto: Adobe Stock, StockRocket

Die Entscheidung für die Private muss sorgfältig gewählt werden, denn ein Zurück in die Gesetzliche ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Lass Dich deshalb gut von einem Experten beraten.

Tipp: Ein Experte kann gemeinsam mit Dir herausfinden, welche Krankenkasse für Dich am geeignetesten ist. Der Berater analysiert gemeinsam mit Dir Deine persönliche Situation und führt die Vor- und Nachteile auf.

Wichtige Versicherung für Gründer: Berufsunfähigkeitsversicherung

Statistisch gesehen wird jeder Vierte in Deutschland in seinem Arbeitsleben einmal berufsunfähig. Dies ist eine erschreckende Zahl, vor allem, wenn man bedenkt, dass noch lange nicht jeder Vierte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat. Dabei ist die BU, wie Experten die Versicherung abkürzen, absolut wichtig, denn sie schützt Dich im Notfall vor den finanziellen Risiken. Wirst Du berufsunfähig, kannst Du für einen gewissen Zeitraum nicht mehr arbeiten und musst eventuell die finanziellen Kosten selbst auf Dich nehmen. Dies bedeutet nicht nur eine psychische, sondern vor allem auch eine finanzielle Belastung für Dich. Umso wichtiger ist es, dass Du Dich frühzeitig absicherst und die Möglichkeiten der BU nutzt. Diese zahlt Dir nämlich im Leistungsfall eine monatlich festgehaltene Rente und Du kannst Dich ganz auf Deine Genesung konzentrieren.

Tipp: Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist äußerst komplex. Du solltest deswegen von Abschlüssen im Internet Abstand nehmen und Dich von einem Profi beraten lassen. Die meisten Versicherer möchten von Dir Gesundheitsfragen beantwortet bekommen, um das Risiko besser einschätzen zu können. Berater können Dich dabei unterstützen.

D&O-Versicherung: Spezieller Schutz für Gründer

Die Betriebshaftpflichtversicherung darf auf gar keinen Fall fehlen! Foto: Adobe Stock, contrastwerkstatt
Die Betriebshaftpflichtversicherung darf auf gar keinen Fall fehlen!
Foto: Adobe Stock, contrastwerkstatt

Läuft irgendwas in Deinem Unternehmen schief, bist Du als Gründer haftbar – im Zweifel sogar mit Deinem Privatvermögen. Die D&O Versicherung ist ein Schutz, der diesem Fall vorbeugen soll und Dich als Gründer und Deine Existenz schützen. Bei der D&O-Versicherung handelt es sich streng genommen um eine Vermögenshaftpflichtversicherung für fehlerhafte Unternehmensleitung und ist auch bei jungen Unternehmen mittlerweile nicht mehr wegzudenken.


Wie hoch die Beiträge ausfallen, hängt von der Höhe der Versicherungssumme und natürlich von der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens ab. Wie ist die Eigentümerstruktur, welche Risiken birgt die Branche? All diese Fragen werden in der Analyse der Experten beantwortet und spiegeln das Bild Deines Unternehmens wider.

Bei der D&O-Versicherung handelt es sich um einen attraktiven Versicherungsschutz, er ist allerdings nicht als absolutes Must-have zu kategorisieren. Schließe die D&O dann ab, wenn Du es Dir finanziell leisten kannst.

Betriebshaftpflichtversicherung: Schutz für Dein Unternehmen

Es kann immer mal was passieren, umso wichtiger ist es, frühzeitig vorzusorgen. Die Betriebshaftpflichtversicherung ist für alle Gründer ein absolutes Must-have. Sie reguliert Schäden, die Dritten durch die betriebliche Tätigkeit Deines Unternehmens entstehen. Sowohl Du als auch Deine Mitarbeiter sind in diesem Versicherungsschutz mit einbezogen. Neben Sachschäden sind natürlich auch Personenschäden inbegriffen. Besonders letztere können im Zweifelsfall hohe Schadenersatzansprüche mit sich bringen. Deswegen solltest Du bestenfalls noch vor Gründung mit Deinem Versicherungsberater über die Betriebshaftpflichtversicherung sprechen.

Fazit: Es gibt Versicherungen, die sind für Gründer von Anfang an wichtig und unverzichtbar. Andere wiederum können erst nach und nach abgeschlossen werden. Diese gehören nicht zum Basisschutz, sondern stellen lediglich eine Erweiterung dar. Als Gründer solltest Du Dir insbesondere den Rat von Experten einholen. Diese werden Dir aufzeigen, welche Versicherung für Deine Grundsituation besonders wichtig ist.

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