Nett oder nervig? 5 Do’s und Don’ts für eine gute Nachbarschaft. TEIL 2

Mein lieber Nachbar. Oder: der Schrecken wohnt nebenan? Wie Sie mit Ihrem Nachbarn besser auskommen – und selbst zu einem geschätzten Mitglied der Hausgemeinschaft werden können. Hier kommt Teil 2.

Teil 2: DIE DONT’S

Einige Paragraphen im Bürgerlichen Gesetzbuch regeln das nachbarschaftliche Miteinander. Dort lassen sich einige deutschlandweit geltende entscheidende Vorgaben rund um Grundstücksgrenzen, Lärm-Beeinträchtigung, etc. finden. Auch Gesetze und Verordnungen wie das Bundes-Immissionsschutzgesetz, das Tierschutzgesetz oder Umwelt-Verordnungen sind natürlich zu beachten. (In vielen Bundesländern gelten zusätzlich eigene, ergänzende Nachbarrechtsgesetze.)

  1. Bei jeder Kleinigkeit Rummeckern. Versuchen Sie sich in die Lage des anderen zu versetzen. Und sprechen Sie ihn direkt an, bevor Sie weitere Schritte unternehmen. Die Nachbars-Teenager drehen gern die Musik voll auf?Waren Sie nicht auch mal jung? Wenn es allerdings überhand nimmt, muss das geklärt werden. Ruhezeiten sind gesetzlich festgelegt.
  1. Kindergeschrei, laute Partys oder „Liebesgeflüster“ – Lärm ist eine der Hauptursachen für Nachbarschaftsstreits. Seien Sie rücksichtsvoll. (Den Kindern nicht den Mund verbieten: Normales Kinderspiel ist jedoch erlaubt. Schließlich sind es Kinder …)Aber wie ist das? Darf ich meinen Geburtstag auch mal lauter und länger feiern? Jein. Bis 22 Uhr ist das kein Problem, ansonsten gibt es keine Regelung, die einem erlaubt, „1 x im Jahr auf die Pauke“ zu hauen. Machen Sie frühzeitig einen Aushang für die Nachbarn, in dem Sie kurz erklären, dass Sie an diesem Tag einen besonderen Anlass feiern möchten und um Verständnis bitten, falls es etwa lauter werden könnte. Die meisten Nachbarn drücken dann ein Auge zu. Am besten, Sie laden Sie einfach gleich mit ein … Auch was das Musizieren in den eigenen vier Wänden angeht, gibt es viele Beschränkungen, die zum Teil über die üblichen Ruhezeiten hinausgehen; es gibt Regelungen je nach Instrumentengattung. (Delikat: Wenn Paare beim Liebesspiel deutlich hörbar sind, kann das Konsequenzen haben; wenn Nachbarn davon aufwachen, kann das in der Mietwohnung bei wiederholter Missachtung eine Abmahnung zur Folge haben.)
  1. Grillen, wie es mir gefällt: Im Sommer gibt es doch nichts Schöneres, als zusammen mit Freunden und Familie ein paar Steaks auf den Grill zu hauen, oder? Aber Vorsicht. Geruchsbelästigungen muss Ihr Nachbar nur hinnehmen, so lange er sich nicht erheblich eingeschränkt wähnt. Qualm, der ins Schlafzimmer zieht oder ähnliches geht gar nicht. Auch gibt es bestimmte Vorschriften, was offenes Feuer angeht. Nicht überall darf so gegrillt werden, vor allem, was Balkone in Mietwohnungen angeht. Am besten vorher schlau machen und im Mietvertrag nachschauen. Ab 22.00 Uhr gilt die Nachtruhe jedenfalls auch auf dem Balkon.
  1. Haustiere halten – mit Bedacht. Kleintiere darf eigentlich jeder Mieter halten. Aber auch hier gilt: Im Mietvertrag nachschauen, auch wenn nicht jede Klausel dort automatisch rechtsgültig sein muss. Wildtiere sind in der Regel verboten; dazu zählen u.a. auch Igel … Achten Sie als Haustierbesitzer – ob Mieter oder Eigenheimbesitzer – stets und überall darauf, dass Ihr Haustier niemanden belästigt. Dann ist allen geholfen.
  1. My home is my castle. Den Gartenzaun-Streit vermeiden. Wie? Büsche und Bäume dürfen dort theoretisch gepflanzt werden, aber: Jedes Bundesland kocht da sein eigenes Püppchen, deshalb ist anzuraten, einen Abstand von 20 cm zur Grundstücksgrenze einzuhalten. Dann ist man quasi auf der sicheren Seite. Und ob dem Nachbarn meine Gartenzwerge gefallen oder nicht – das ist irrelevant.

Dekorieren können Sie, wie Sie mögen. (Für das Rasenmähen gelten übrigens feste Zeiten. In Wohngebieten muss man an Sonn- und Feiertagen und werktags von 20 bis 7 Uhr komplett darauf verzichten. Geräuscharme Arbeit ist auch während der Ruhezeiten erlaubt.)

Nicht vergessen, nicht jeder kommt mit jedem gleich gut aus, aber ein Minimum an Freundlichkeit und Miteinander ist wohl von keinem Betroffenen zu viel verlangt. Ebenso sich an die Hausordnung zu halten. (Sollte es aber doch einmal zu wirklichen Streitigkeiten kommen, kann – bevor Klage eingereicht wird – auch ein Mediationsverfahren vermitteln.)

Hier geht’s zu den Do’s >>

Alle Beiträge