Wenn es heiß her geht mit den Nachbarn – Vorsicht beim Grillen!

Open-Air-Brutzeln ist nicht mehr so einfach wie zu Neandertalerzeiten. Im Ernst: Kaum kommt die Sonne hervor, werden die Abende lang und die Grills angeschmissen, gibt es leider auch immer wieder Unstimmigkeiten deshalb.

Wie ist das nun? Darf man grillen? Nicht überall, auch nicht in den eigenen vier Wänden, sprich auf Balkon oder Terrasse, ist ein offenes Feuer erlaubt. Das sollte man wissen, bevor man es sich mit dem Vermieter verscherzt. Rücksichtnahme ist oberstes Gebot – dann „klappt’s auch mit dem Nachbarn“.

Grillen ja oder nein?
Grundsätzlich gilt, dass Grillen erlaubt ist – außer… und da geht es schon los, außer: Es ist im Mietvertrag ausdrücklich verboten oder der Rauch belästigt die Nachbarn, sprich zieht in deren Wohnung.

My home is my castle: Da der Balkon zur Wohnung gehört, dürfen hier auch Tische, Stühle und Sonnenschirme Platz finden. Ebenso Blumentöpfe etc., in der Regel auch an der Außenwand – wenn sie ordnungsgemäß befestigt sind. Ähnliches gilt fürs Grillen; es muss geduldet werden. Auch wenn mit Kohle gegrillt wird, solange weder das Gebäude noch andere Personen gefährdet werden.

  1. Ausnahme: Ist es aber im Mietvertrag von vornherein ausgeschlossen, darf nicht einmal ein Elektrogrill zum Einsatz kommen. Nachträglich darf es allerdings nicht verboten werden. Wer dies ignoriert und trotzdem eine Grillparty nach der anderen schmeißt, muss mit einer Abmahnung, ja sogar fristlosen Kündigung rechnen.
  1. Ausnahme: Wenn der Rauch in Nachbarwohnungen zieht, ganz gleich, ob auf der Terrasse, dem Balkon oder im Garten gegrillt wird, kann das als Verstoß gegen das Immissionsschutzgesetz und somit als Ordnungswidrigkeit angesehen werden. Damit verstößt man unter Umständen gegen die Umweltgesetze. Dann kann eine Geldbuße fällig werden.

Barbecue with family in the garden


Und beim Eigenheim?

Es gibt weder ein umfassendes Grillverbot noch eine ebensolche Erlaubnis. Fakt ist: Der eigene Garten ist zur individuellen Freizeitgestaltung da. Im Prinzip kann dort jeder machen, was er will. Solange er nicht die Bedürfnisse seiner Mitmenschen beeinträchtigt Die Nachbarn wiederum müssen eine moderate Grillparty ab und zu tolerieren.

Wie oft und wie lange?
Wie oft nun ein Grillabend steigen darf, ist nicht klar geregelt. Die Gerichte befinden fünf bis fünfundzwanzig als ok, je nach Gericht. Eine kleine Faustregel: Im Sommer wäre einmal im Monat in Ordnung; allerdings kann im Einzelfall auch gegenteilig entschieden werden. Ob grillen oder nicht – auf jeden Fall muss die gesetzliche Nachtruhe eingehalten werden. Pro Quartal darf zu einem besonderen Tag, zum Beispiel Geburtstag, bis Mitternacht gegrillt werden. Ein „normales“ Grillfest muss unbedingt die Nachtruhe von 22 Uhr bis sechs Uhr berücksichtigen. Keine Musik mehr und Unterhaltung nur in Zimmerlautstärke.

Tipp: Die Nachbarn 1-2 Tage vorher über das geplante Grill-Event informieren – am besten gleich miteinladen. Und den Grill dorthin stellen, wo er möglichst weit vom Nachbargrundstück entfernt ist. Qualm kann mittels Deckeln oder Grillschalen eingedämmt werden.

Wegwerfgrill im Park

Dann grillen wir eben im Park
Generell eine gute Idee, allerdings kann ich das natürlich nicht tun, wo es mir gerade gefällt. Ein offenes Feuer ist nur an den extra ausgewiesenen Grillplätzen erlaubt, und auch hier müssen schädliche Umwelteinflüsse vermieden werden. Dass man das Feuer entsprechend löscht, bevor man geht und all seinen Müll mitnimmt, sollte ohnehin selbstverständlich sein.

Brandschutz beachten:

  • Ein Muss ist ein sicherer und feuerfester Standplatz für den Grill
  • Alle leicht brennbaren Stoffe aus der Nähe nehmen, gilt auch für Girlanden, etc.
  • Kinder schützen (sie haben am Grill absolut nichts zu suchen)!
  • Feuerlöscher für den Fall der Fälle bereitstellen sowie Fluchtwege freihalten
  • Umsichtiges Entzünden, nur Trockenbrennstoffe benutzen und die Gebrauchsanweisung vorab auch lesen!
  • Auf keinen Fall flüssigen Brennstoff nachgießen
  • Nicht den Funkenflug unterschätzen
  • Kein Anfachen der Glut durch Pressluft
  • schnell entflammbare Kleidung vermeiden (Synthetikfasern)
  • Heiße Asche, etc. nicht unbeaufsichtigt zurücklassen, besser: alle Verbrennungsrückstände mit Wasser ablöschen
  • Holzkohlenreste eingraben und übererden

Dann steht einem gemütlichen Grillabend mit Familie und Freunden nichts mehr im Wege.

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