Bräuche zum 1. Mai: In Deutschland wird gefeiert

Der 1. Mai zählt zu den wichtigsten Tagen im Jahr. Fällt er nicht unbedingt wie im Jahr 2016 auf einen Sonntag, gehört er zu den ersten Feiertagen, die nach dem Osterfest den Arbeitnehmern eine kurze Pause verschaffen. Doch der 1. Mai ist nicht nur der Tag der Arbeit, an dem vielerorts die Arbeitnehmer auf die Straßen gehen, um für bessere Arbeitsbedingungen zu protestieren. Traditionell gibt es viele weitere Bräuche zum 1. Mai, die in Deutschland praktiziert und sich regional stark voneinander unterscheiden!

Info: Der 1. Mai ist mehr als nur ein Feiertag! Wusstest Du, dass George W. Bush am 1. Mai 2003 den Irakkrieg für beendet erklärt hat? Der 1. Mai ist also auch auf vielerlei Hinsicht historischer Tag!

Bräuche zum 1. Mai: Endlich kommt der Frühling!

Egal, welche Tradition oder welchen Brauch Du Dir anguckst, das zentrale Element ist immer der Frühling. Und ein Blick nach draußen verrät auch, warum: Ende April beziehungsweise Anfang Mai ist die Zeit, in der die Welt wieder zu blühen beginnt. Ganz nach dem Motto „Der April, der macht, was er will!“, gehören die letzten Schlechtwetterphasen der Vergangenheit an. Die Sonne kommt immer mehr raus und wärmt nicht nur das Herz eines jeden Wintermuffel, sondern auch die Umgebungstemperatur. Der Sommer steht in den Startlöchern!

Bräuche zum 1 Mai
Der erste Mai ist der Tag der Arbeit. Historisch gesehen ist dieser Feiertag wichtig, weil weltweit Arbeitnehmer für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen.
Foto: Adobe Stock, zuchero

Die Bräuche zum 1. Mai dienen dazu, den Beginn des Frühlings zu feiern. Bereits zur Zeit der Römer fanden Feierlichkeiten statt, die den Göttern der Fruchtbarkeit galten und die warme Jahreszeit einleiteten. Die Römer nannten den Brauch zum 1. Mai Floralien, zu Ehren der Patronin des Frühlings der Göttin Flora.

Info: Der 1. Mai war nicht immer ein Feiertag. In der frühen Neuzeit wurden die Festlichkeiten an diesem Tag verboten und bestimmte Bräuche sogar ganz abgelehnt. Schottland verbot beispielsweise im Jahr 1555 jede Art von Mai-Festlichkeiten. 1645 entschied das britische Parlament das Aufstellen von Maibäumen.

Heutzutage ist der 1. Mai eher unter dem Begriff Walpurgisnacht bekannt. Bei der Walpurgisnacht handelt es sich um die Nacht, in der, glaubt man den Geschichten, die Hexen sich auf dem Blocksberg getroffen haben. Bekannt geworden ist der Begriff unter anderem dank Goethes Faust, der ihn sogar richtig populär gemacht hat. Die Geschichten rund um die Hexen auf dem Blocksberg (der eigentlich der Brocken ist), haben ihre eigene Tradition, haben im Allgemeinen aber zu den meisten Bräuchen zum 1. Mai geführt.

Deutschland feiert! Regionale Unterschiede bei Bräuchen zum 1. Mai

Wer glaubt, ganz Deutschland würde den 1. Mai gleich feiern, der irrt sich. Die Bräuche zum 1. Mai sind genauso verschieden, wie sich wahrscheinlich auch das Weihnachtsfest von Familie zu Familie unterscheidet. Ein paar Elemente ähneln sich dann aber doch und sind mit unserer Kultur und Gesellschaft sehr verbunden. Sie sind dabei nicht nur auf den deutschsprachigen Raum zu beziehen, sondern auch im kompletten mitteleuropäischen Gebiet zu beobachten.

Bräuche zum 1 Mai
Der Tanz in den Mai ist heutzutage besonders bei jungen Leuten sehr beliebt!
Foto: Adobe Stock, bennytrapp

Der traditionelle Maibaum: ein Symbol des Frühlings

Beinahe jeder kennt und liebt ihn: den Maibaum. Am 30. April stellen vor allem in Bayern und dem restlichen Süden Deutschlands aber auch in anderen Regionen der Republik Gemeinden einen Maibaum auf, um den Tag und den Frühling zu feiern. Traditionell sind Bänder an dem Maibaum befestigt, an denen der Tanz in den Mai stattfindet. Die Gemeindemitglieder treffen sich, feiern und tanzen um den Maibaum herum. Diese ursprüngliche Tradition kann insbesondere in ihrer reinen Form noch in Süddeutschland beobachtet werden.


Abwandlungen sind jedoch auch in anderen Regionen zu beobachten. So ist es in Niedersachsen beispielsweise üblich, dass ein Maibaum aufgestellt wird. Der Tanz in den Mai fällt hier allerdings anders aus und findet eher als Feierlichkeit in einer Diskothek statt.
Die Tradition um den 1. Mai umfasst auch den sogenannten Maibaumklau. Während in Bayern ein Wettbewerb stattfindet, welche Gemeinde den „schönsten“ Maibaum hat, werden die Symbole des Frühlings auch gerne von anderen Gemeinden gestohlen und nur gegen eine Ablöse wieder ausgehändigt. Ähnlich verhält es sich im restlichen Deutschland. Hier ist es auch zwischen Privatpersonen üblich, den Maibaum zu „klauen“. Die Ablöse besteht allerdings aus einer Kiste Bier oder einem anderen Geschenk.

Bräuche zum 1 Mai
Der Maibaum ist in fast ganz Deutschland sowie Mitteleuropa ein wichtiges Symbol für die gelebten Maibräuche.
Foto: Adobe Stock, Karina Baumgart

Maitouren als Ausflug

Ganz ohne Maibaum finden die sogenannten Maitouren in Norddeutschland statt. Familien treffen sich zu einem vereinbarten Zeitpunkt und genießen den Frühling bei einem ausgedehnten Spaziergang oder einer Fahrradtour. Diese Tradition wird auch von Freundesgruppen immer wieder genutzt, um mit einem Bollerwagen und einem Bier einen Spaziergang zu unternehmen.

Fazit: Die Bräuche zum 1. Mai haben eine lange Tradition und werden auch heute noch mit Freude wahrgenommen. Die regionalen Unterschiede sind teilweise deutlich spürbar, zeigen aber auch die unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Strukturen. Wir wünschen Euch auf jeden Fall am 1. Mai einen schönen Feiertag – egal, welchen Brauch Ihr verfolgt!

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