Mütterrente: Was ist es und wer bekommt sie?

Hast Du schon von der Mütterrente gehört und Dich gefragt, um was es sich dabei handelt. Die Informationen, die im Internet und in den Medien zu finden sind, können durchaus unübersichtlich sein. Wir möchten Dir einen Überblick zum Thema Mütterrente geben:

Was ist die Mütterrente?

Die sogenannte Mütterrente besteht seit dem 1. Juli 2014 und schafft neue Möglichkeiten, um auch Vollzeit-Müttern bzw. Vätern eine gesetzliche Rente zu gewährleisten. Dies ist insbesondere für Mütter interessant, die das Rentenalter bereits erreicht haben. Grundsätzlich gilt: Wer eine gesetzliche Rente beziehen möchte, muss eine Mindestversicherungszeit von fünf Jahren vorweisen können. Generell führt die Mütterrente zu einer besseren Anerkennung der Erziehungszeiten von Kindern, die vor 1992 geboren wurden.

Du bist Mutter, hast bereits das Rentenalter erreicht, gleichzeitig aber nie die Grundvoraussetzung für den Bezug der gesetzlichen Rente erfüllt? An dieser Stelle bietet die Mütterrente neue Perspektiven. So kannst Du Dich von nun an zwei Jahre Erziehungszeit pro Kind anrechnen lassen. Weiterhin fehlende Versicherungszeit kann durch einmalige Nachzahlung ausgeglichen werden. Die freiwillig nachzuzahlenden Beiträge können derzeit zwischen 85,05 EUR und 1.124,55 EUR pro Monat betragen. Folglich muss für jedes fehlende Beitragsjahr ein Betrag von mindestens 1.020,60 EUR nachgezahlt werden, um einen Rentenanspruch zu erwerben. Dies kann große Vorteile haben, da der Rentenbezug bis zum Lebensende garantiert ist. Auch, wenn Du als Mutter sowieso schon eine gesetzliche Rente bezogen hast, hat die Gesetzesänderung für Dich Vorteile: Denn auch für Dich gilt, aus dem bisher pro Kind einem angerechneten Erziehungsjahr werden künftig zwei. Dies gilt grundsätzlich für alle Kinder, die vor dem 1. Januar 1992 geboren wurden.

Die Mütterrente wird für Mütter und Väter ausgezahlt, die Kinder haben, die vor 1992 geboren wurden. Foto: Adobe Stock, olezzo
Die Mütterrente wird für Mütter und Väter ausgezahlt, die Kinder haben, die vor 1992 geboren wurden.
Foto: Adobe Stock, olezzo

Wann und wie erfolgt die Auszahlung der Mütterrente?

Wenn Du bereits Rente beziehst, hast Du die Erhöhung der Beiträge automatisch und rückwirkend erhalten. Falls Du noch keine Rente beziehst und auch noch keine Erziehungszeit bei der Rentenversicherung angegeben hast, aber Dein Rentenkonto bereits hast klären lassen, solltest Du Dir unbedingt die Erziehungszweit für Deine vor 1992 geborenen Kinder speichern lassen. Bei Auszahlung wirkt sich die Mütterrente wie jedes andere Einkommen auf die Grundsicherung im Alter aus.

Bei der Mütterrente handelt es sich nicht nur um eine Beitragserhöhung für Mütter, wie die Bezeichnung vielleicht vermuten lässt. Auch Väter, die für die Erziehung der Kinder zuständig waren, profitieren von dieser Entscheidung und der Beitragserhöhung.

Zu beachten ist, dass die Mütterrente gegebenenfalls die Hinterbliebenenrente beeinflusst. So kann sich diese durch die Anrechnung der Mütterrente unter Umständen verringern oder erhöhen. Wird die Kindererziehungszeit beim Hinterbliebenen angerechnet, kann dieses die Hinterbliebenenrente mindern. Einkommen oberhalb des Freibetrags (derzeit 755,30 EUR im Westen und 696,70 EUR im Osten) wird die Höhe von 40 Prozent auf die Hinterbliebenenrente angerechnet. Da die Mütterrente als Einkommen zählt, mindert diese die Hinterbliebenenrente, sofern sie zur Überschreitung des Freibetrags führt. Die Hinterbliebenenrente kann sich aber auch erhöhen, falls die Erziehungszeit für vor 1992 geborene Kinder dem Verstorbenen zugerechnet wird.

Inwiefern können Väter von der Mütterrente profitieren?

Zum einen ist die Bezeichnung „Mütterrente“ nur ein Ausdruck, für die Anrechnung der Erziehungszeit. Das heißt, wird die Kindererziehung der vor 1992 geborenen Kinder Dir als Vater zugerechnet, kannst Du genauso die Mütterrente beziehen.

Darüber hinaus kann die Mütterrente auch Vorteile für Dich als Vater mit sich bringen, selbst wenn Du diese nicht direkt beziehen kannst. Solltest Du nämlich geschieden sein, kann die Hälfte der Mütterrente durch Teilung des Rentenanspruchs auf Dein Konto fließen. Um dies zu realisieren, musst Du allerdings den Versorgungsausgleich gerichtlich neu bestimmen lassen. Daher solltest Du unbedingt vorab von einem Rechtsanwalt klären lassen, ob sich dieser Weg tatsächlich finanziell für Dich lohnt.

Grundsätzlich ist es immer ratsam, sich Rat von einem Experten einzuholen. Dieser gibt Dir genau Aufschluss darüber, was in Deinem speziellen Fall zutrifft. So erhältst Du einen Überblick, was Du Dir gegebenenfalls anrechnen lassen kannst und wie sich dies auf die verschiedenen Bereiche Deiner Absicherung und Deines Einkommens im Alter auswirkt.

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