Spartipps für Rentner: Genießen ohne zu verzichten

Spartipps für Rentner sind gern gesehen. Fast regelmäßig diskutiert die Bundesregierung in Deutschland über das Renteneintrittsalter. Seit Jahren wird es erhöht, um die Rentenkassen zu entlasten. Den Rentnern hilft das wenig. Viele Senioren und Rentner haben nämlich etliche Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt und erhalten beim Eintritt in den Ruhestand nur eine sehr kleine Rente. Häufig reicht die monatliche Rente nur, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Viele Rentner müssen jeden Cent umdrehen und rechnen. Sie leben in der ständigen Angst, dass das Geld am Monatsende nicht reicht. Wenn auch Du Rentner bist oder in Kürze das Rentenalter erreichen und nur eine sehr kleine Rente beziehen wirst, stehst Du vor großen Problemen. Es ist daher sinnvoll, sich vorab über die Sparmöglichkeiten und Zuschüsse zu informieren. Du kannst nämlich, wenn Du alle staatlichen Leistungen und Sparmöglichkeiten kennst, viel Geld sparen und Deinen Ruhestand finanziell angenehmer gestalten. Welche Möglichkeiten das sind, wird im nachfolgenden Artikel ausführlich erläutert.

Spartipps für Rentner: Mit der Grundsicherung im Alter einen finanziellen Zuschuss erhalten

Der Gesetzgeber hat für Rentner und Menschen, die dauerhaft Erwerbsminderungsrente beziehen, die Grundsicherung eingeführt. Bei der Grundsicherung handelt es sich um eine staatliche Sozialleistung, die nichts mit der gewöhnlichen Rente zu tun hat. Sie ist also keine Selbstverständlichkeit und steht nicht jedem Rentner zu. Die Grundsicherung wird den Rentnern gewährt, die am Existenzminimum leben. Das bedeutet, dass diese Rentner und Senioren mit ihrem monatlich zur Verfügung stehenden Einkommen die Lebenshaltungskosten nicht decken können. Wichtig ist, dass mit dem monatlichen Einkommen nicht allein die Rente gemeint ist. Zum monatlichen Einkommen zählen, neben der Rente, Mieterträge beziehungsweise Pachterträge, Krankengeld, Kapitalerträge, Kindergeld, Elterngeld, Unterhaltszahlungen der Eltern und Einkünfte aus nichtselbstständiger beziehungsweise selbstständiger Arbeit. Das monatliche Einkommen darf zusammengerechnet nicht über 773,00 EUR liegen. Wer diesen Betrag überschreitet, muss nachweisen, dass er entsprechend höhere Lebenshaltungskosten hat. Die Ämter prüfen individuell, ob ein Anspruch auf Grundsicherung besteht. Auch die Höhe der Grundsicherung wird individuell geprüft. Dennoch sollten Rentner, insbesondere, wenn die monatlichen Einkünfte nicht ausreichen, einen Antrag auf Grundsicherung stellen. Dabei sollten Rentner beachten, dass der Antrag jedes Jahr neu gestellt und bewilligt werden muss.

Befreiung vom Rundfunkgebührenbeitrag

Spartipps für Rentner
Mit unseren Tipps können Rentner sparen und sich gleichzeitig mehr gönnen.
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Rentner und Senioren haben die Möglichkeit, sich vom Rundfunkgebührenbeitrag befreien zu lassen. Der Beitrag beträgt derzeit monatlich 17,98 EUR. Jährlich können auf diese Weise 215,76 EUR gespart werden. Allerdings können sich nur die Rentner und Senioren von dem Beitrag befreien lassen, die auch Grundsicherung bekommen. Wird der Antrag auf Grundsicherung bewilligt, ist eine Befreiung jedoch kein Problem. Allerdings wirst Du als Rentner nicht automatisch von der Rundfunkgebühr befreit, wenn Du die Grundsicherung erhältst. Du musst dafür einen Antrag stellen. Dieser Antrag sollte schnellstmöglich nach der Bewilligung der Grundsicherung gestellt werden, denn es werden nachträglich keine Rundfunkgebühren erstattet.

Wohngeld oder Lastenzuschuss beantragen

Weiterhin besteht für Rentner und Senioren die Möglichkeit, Wohngeld oder den Lastenzuschuss zu beantragen. Dabei handelt es sich jeweils um staatliche Sozialleistungen. Die Notwendigkeit dieser staatlichen Sozialleistungen kann auf die steigenden Miet- und Immobilienpreise in den Großstädten zurückgeführt werden. So zeigt sich, dass seit Jahren die Miet- und Immobilienpreise in den Ballungsgebieten steigen. Das Problem dabei ist, dass sich vor allem Rentner diese Mieten nicht mehr leisten können. Die monatliche Rente reicht einfach nicht aus. Aus diesem Grund können betroffene Rentner Wohngeld beantragen. Das Wohngeld wird gewährt, wenn das Einkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet. Die genaue Einkommensgrenze ist jedoch individuell und richtet sich nach der Größe des Haushalts, dem Mietpreisniveau am Wohnort und dem Haushaltseinkommen. Aus diesem Grund sollten Rentner und Senioren auf jeden Fall einen Antrag auf Wohngeld einreichen. Beim Lastenzuschuss handelt es sich um eine ähnliche Sozialleistung. Dabei werden jedoch Rentner und Senioren unterstützt, die eine eigene Immobilie besitzen und diese abzahlen müssen. Auch hier wird ein Zuschuss gewährt, der individuell ermittelt wird. Wohngeld und Lastenzuschuss werden für ein Jahr bewilligt und müssen danach neu beantragt werden.

Die Wahl der richtigen Steuerklasse im Rentenalter

Viele Rentner sind der Meinung, dass sie sich nicht mehr um ihre Steuerklasse kümmern und keine Steuererklärung mehr machen müssen. Doch das ist ein Irrtum. Auch als Rentner ist die Wahl der Steuerklasse wichtig. Hier ergibt sich unter Umständen ein enormes Sparpotenzial. Alleinstehende Rentner werden in der Regel in die Steuerklasse I eingeordnet. Ein großes Sparpotenzial besteht insbesondere für Rentner, die verheiratet sind. Diese können nämlich zwischen der Kombination der Steuerklassen wählen. Ist der Ehepartner noch berufstätig und verdient gut, so lässt sich durch die Wahl der Steuerklasse V Geld sparen. Der Ehepartner sollte die Steuerklasse III wählen. Das Nettogehalt des Ehepartners wird dadurch steigen.

Kosten für Medikamente reduzieren und von der Härtefallregelung profitieren

Vor allem Rentner haben oft kleinere oder größere Beschwerden. Häufig stehen viele Arztbesuche und, damit einhergehend, Besuche in der Apotheke an. Die Medikamente, die vom Arzt verschrieben werden, müssen gekauft werden. Die Krankenkassen bezuschussen dabei in der heutigen Zeit immer weniger Arzneimittel. Hohe Zuzahlungen und Eigenanteile sind die Regel. Hierbei sollten Rentner darauf achten, nicht unbedingt immer die originalen Präparate zu kaufen. Es gibt sehr häufig Medikamente mit den gleichen Wirkstoffen, die jedoch deutlich günstiger sind. Rentner sollten sich vor dem Kauf ausführlich informieren oder in der Apotheke nach günstigeren Alternativen erkundigen.

Weiterhin können Rentner und Senioren von der sogenannten Härtefallregelung profitieren. Diese greift beim Thema „Zahnersatz“. In der Regel zahlt die Krankenkasse nur einen bestimmten Zuschuss, wenn es um den Zahnersatz geht. Dieser Zuschuss richtet sich auch danach, ob Patienten regelmäßig zum Zahnarzt gehen. Allerdings gibt es Ausnahmen. Die sogenannte Härtefallregelung greift, wenn Rentner ein sehr geringes Einkommen beziehen. Es müssen sogenannte „unzumutbare Zustände“ vorliegen, damit die Härtefallregelung Anwendung findet. Unzumutbare Zustände liegen vor, wenn das monatliche Einkommen unter einem Betrag von 1.134,00 EUR liegt oder Grundsicherung, Erwerbsminderungsrente, Hartz 4 bzw. Kriegsopferfürsorge bezogen werden. In diesen Fällen bezuschusst die Krankenkasse den Zahnersatz mit deutlich höheren Beträgen und entlastet Rentner.

Die eigenen Finanzen neu strukturieren und sparen

Enormes Sparpotenzial ergibt sich für Rentner im Hinblick auf die eigenen Finanzen. Diverse Kreditinstitute bieten inzwischen kostenlose oder günstigere Girokonten für Rentner an. Hier sollten also mit dem Eintritt in das Rentenalter die vorhandenen Angebote geprüft und miteinander verglichen werden. Außerdem bietet sich beispielsweise die Umstellung auf ein online geführtes Konto an, um Geld zu sparen. Das oberste Ziel sollte es sein, die Kontoführungsgebühren zu reduzieren. Dadurch lässt sich monatlich sehr viel Geld sparen.

Weiterhin sollten die eigenen Versicherungen geprüft werden. Bestehende Versicherungen, die in jüngeren Jahren abgeschlossen wurden, sollten auf Aktualität geprüft werden. In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, die Beiträge herabzusetzen. Die Notwendigkeit einer Risikolebensversicherung sollte im Zusammenhang mit der individuellen Situation geprüft werden. Beiträge für vorhandene Lebensversicherungen können reduziert werden. Es kann auch sinnvoll sein, die Lebensversicherung beitragsfrei zu stellen. Hier lässt sich viel Geld einsparen. Hausrat- und Haftpflichtversicherungen sind unverzichtbar. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist mit dem Eintritt in das Rentenalter dagegen nicht mehr erforderlich. Generell sollte bei einigen Versicherungen jedoch der Neuabschluss in Erwägung gezogen werden. Dazu zählt beispielsweise die Sterbegeldversicherung. Auch eine private Pflegezusatzversicherung sollte in Erwägung gezogen werden. Vor dem Abschluss sollten die verschiedenen Anbieter jedoch miteinander verglichen werden, um die besten Leistungen zu den günstigsten Preisen zu bekommen. Wenn Du im Verlauf des Erwerbslebens privat versichert warst, solltest Du den Wechsel in den Basistarif Deiner privaten Krankenversicherung prüfen. Dadurch kannst Du viel Geld sparen und musst auf keine nennenswerten Leistungen verzichten.

Das eigene Einkommen aufbessern

Wenn Du beim Eintritt in das Rentenalter noch fit und gesund bist, kannst Du Dein monatliches Einkommen aufbessern. Du kannst beispielsweise einen Nebenjob annehmen. Jobs für Rentner werden regelmäßig angeboten. Dabei sollte beachtet werden, dass für Rentner, die das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, eine Hinzuverdienstgrenze in Höhe von monatlich 450,00 EUR besteht. Bist Du jedoch über 65 Jahre alt, so kannst Du unbegrenzt Geld hinzuverdienen. Diese Möglichkeit sollte also unbedingt genutzt werden.

Mit dem Eintritt in das Rentenalter bekommen viele Menschen finanzielle Probleme. Es gibt jedoch von staatlicher Seite einige Zuschüsse zur Unterstützung der Rentner mit geringen Einkünften. Diese Zuschüsse sollten in jedem Fall beantragt werden. Gleichzeitig haben Rentner viele Möglichkeiten, die monatlichen Kosten zu reduzieren und Geld zu sparen. Wer sich um seine Finanzen kümmert und schlau ist, holt so das Maximum aus seinem Geld heraus.

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