Berufsunfähigkeitsrente – Sinn oder Unsinn

Drohende Arbeitslosigkeit durch eine Erkrankung oder einen Unfall – der Verlust des Einkommens ist ein ziemlich bedrohliches Szenario. Wer berufsunfähig wird, hat an vielen Baustellen zu kämpfen. Privat, sozial, aber auch im monetären Bereich: Wer ernsthaft krank wird, kann unter Umständen „durch die Maschen des Systems rutschen“ und muss deutliche Verluste hinnehmen – eben auch finanziell, was die Gesamtsituation dann nicht gerade vereinfacht. Der soziale Abstieg droht – hier greift die Berufsunfähigkeitsversicherung. Je besser jemand ausgebildet ist, je mehr er verdient, desto wichtiger erscheint eine solche Absicherung. Aber stimmt das auch so pauschal gesagt?

Was ist zu beachten?
Eine schwere Krankheit macht es häufig unmöglich, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen – manchmal ist die Schuldenfalle nicht weit.

Wie also die Existenz sichern in einem solchen Fall?
Welche Vorsorge ist sinnvoll?
Wie die Familie absichern? (Gerade falls es nur einen Verdiener gibt.)

Wer seinen Beruf vor Erreichen des Rentenalters gezwungen ist aufzugeben, statistisch etwa jeder Vierte, kann in die Bredouille kommen: Die Sozialsysteme sind da nur bedingt eine Hilfe.

Mann mit genhtem Finger erstellt Unfallanzeige

Ursachen
Niemand ist davor gefeit: In den meisten Fällen sind es Rückenprobleme und die Psyche, die den Arbeitenden das Weiterarbeiten unmöglich machen. Auch Krebs, Unfälle, Nervenerkrankungen und Herz-Kreislauferkrankungen sind häufige Ursachen. Doch wie oder wann es jemanden trifft, ist ja leider nicht vorherzusagen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) kann da eine wichtige Rolle einnehmen. Stellt man sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit einiger Versicherungen, muss man viele Faktoren berücksichtigen: Individuelle Lebenssituation, Alter, Einkommen, Familienstand, Zukunftspläne, äußere Umstände, etc. Die BU zählt sicher in vielen Fällen zu den sinnvollsten.

Wie funktioniert das?
Private BU-Versicherungen sichern im Bedarfsfall die Lebenshaltungskosten mittels einer monatliche Rente. Jedes Jahr werden aber auch zahlreiche Interessenten von den Versicherern abgelehnt, die von vornherein nicht den strengen Annahmerichtlininen, wie zum Beispiel der Gesundheitszustand, gerecht werden. Sonst könnten im Ernstfall die Zahlungen der Versicherer an den Versicherten horrend ausfallen, beispielsweise wenn jemand relativ früh erwerbsunfähig wird und beinahe sein gesamtes Erwerbsleben lang Zahlungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung erhält. Das muss gut kalkuliert werden, da müssen auch die Versicherungen rechnen. Die Vertragsbedingungen können deshalb sehr verschieden ausfallen. Am besten also bei Interesse ein individuelles Angebot erstellen lassen, vergleichen und auf jeden Fall das Kleingedruckte beachten.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung bildet mit der Unfallversicherung gemeinsam den größten Part der Invaliditätsabsicherung. Die BU kann man beispielsweise als Zusatzversicherung zu einer Lebensversicherung oder Rentenversicherung einschließen. Oder eben „einfach“ nur als eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Versicherungskonditionen richten sich auch nach dem Eintrittsalter, die Karenzzeit ist wichtig, der Gesundheitszustand (Vorerkrankungen) und vieles andere.

Kann jeder …
Ja, im Prinzip schon. Die privatwirtschaftliche Versicherung – im Allgemeinen BU abgekürzt – steht jedem frei, der einer Arbeit nachgeht, die den Unterhalt deckt. Oder aber dessen Arbeit im Falle des Ausfalls nicht ohne (großen) finanziellen Aufwand auszugleichen wäre, auch etwa bei einer Hausfrau.

Durch (Teil-)Abdeckung des Bedarfs, der nötig wird, den Lebensunterhalt des Versicherten zu sichern, soll die BU im Versicherungsfall vor dem Schlimmsten bewahren. Die Bestimmung der Berufsunfähigkeit ist jedoch nicht immer ganz so einfach. Meist versichert die BU die individuelle berufliche Leistungsfähigkeit (ausgehend vom zuletzt ausgeübten Beruf).

Es sind allerdings einige Klauseln zu beachten (Dienstunfähigkeitsklausel, Schüler- und Studentenklausel, BU-Klauseln für Hausfrauen und -männer, Optionsklauseln für Existenzgründer, Azubi-Klauseln), die man sich im Vorfeld unbedingt ausgiebig erklären lassen sollte.

Das Alter, bis zu dem die BU-Rente maximal gezahlt wird, orientiert sich in der Regel am gesetzlichen Renteneintrittsalter. Es wird jedoch nur so lange gezahlt, wie eine bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit vorliegt.

Fazit: Für Arbeitnehmer ist in den meisten Fällen eine BU sinnvoll.

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