Das Rentensystem in Deutschland: Mehr als Schichten oder Säulen

Das Drei-Schichten-Modell der Altersvorsorge

Bis vor knapp zehn Jahren wurde im Bereich der Altersvorsorge oftmals von den drei Säulen gesprochen. Gemeint waren damit die gesetzliche Rentenversicherung, die betriebliche Altersvorsorge sowie die private Vorsorge, die in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen hat. Seit 2005 ist der Begriff Drei-Säulen-System allerdings durch die Bezeichnung Drei-Schichten-Modell ersetzt worden. Nachdem im Jahre 2005 das Alterseinkünftegesetz in Kraft getreten ist, wird die Altersvorsorge hierzulande in die folgenden drei Segmente eingeteilt:

  • Basisversorgung
  • Zusatzversorgung
  • Private Altersvorsorge

Die gesetzliche Rentenversicherung als Basis

Die erste Schicht im Drei-Schichten-Modell nimmt die gesetzliche Rentenversicherung ein, die gleichzeitig nach wie vor die Basisversorgung darstellt. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die Leistungen, die während des Arbeitslebens gesetzlich rentenversicherte Personen nach dem Eintritt in den Ruhestand erhalten. Allerdings zählen zur ersten Schicht, der Basisversorgung, neben der gesetzlichen Rentenversicherung auch noch Renten, die aus berufsständischen Versorgungswerken stammen.

Zusatzversorgung in Form staatlich geförderter Vorsorge und Betriebsrente

Eine richtige Altersvorsorge ist wichtig! Foto: Adobe Stock, contrastwerkstatt
Eine richtige Altersvorsorge ist wichtig!
Foto: Adobe Stock, contrastwerkstatt

Die zweite Schicht besteht beim Drei-Schichten-Modell aus der Zusatzversorgung. Darunter fällt zunächst einmal die betriebliche Altersversorgung. Viele Millionen Rentner erhalten heute eine Betriebsrente, die aus dem vergangenen Arbeitsleben stammt und teilweise vom ehemaligen Arbeitgeber gezahlt wird. Wichtig zu wissen ist, dass in Deutschland jeder Arbeitnehmer das Recht hat, sich für den Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge zu entscheiden. Der Arbeitgeber muss zwar keine Beiträge zahlen, er hat allerdings die Pflicht, dem Arbeitnehmer mindestens einen Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge anzubieten. Dazu gehören beispielsweise:

  • Pensionskassen
  • Pensionsfonds
  • Direktzusage
  • Direktversicherung

Neben der betrieblichen Altersversorgung ist insbesondere die staatlich geförderte Zusatzversorgung wichtig, die in diese zweite Schicht fällt. Zu nennen ist hier in erster Linie die Riester-Rente, aber auch die Basisrente (Rürup-Rente) fällt in diese Sparte.

Private Altersvorsorge als dritte Schicht

Die dritte Schicht nimmt schließlich die private Altersvorsorge ein, die in erster Linie durch private Kapitalanlageprodukte durchgeführt wird. In dem Zusammenhang gibt es verschiedene Kapitalanlageprodukte und Sparformen, für die sich der einzelne Verbraucher entscheiden kann. Zu den beliebtesten Finanzprodukten in diesem Bereich gehören beispielsweise:

  • Klassische private Rentenversicherung
  • Fondsgebundene Rentenversicherung
  • Kapitallebensversicherung
  • Fondssparplan
  • Banksparplan

Alle diese und noch weitere Finanzprodukte können genutzt werden, um eine private Altersvorsorge aufzubauen. Aufgrund der Beliebtheit und der Vorteile ist die private Rentenversicherung für viele Verbraucher noch immer die erste Wahl, wenn es um den Aufbau der privaten Vorsorge geht.

Private Rentenversicherung als fondsgebundene und klassische Variante

Falls Du Dich für eine private Rentenversicherung entscheiden möchtest, stehen Dir zwei unterschiedliche Varianten zur Verfügung. Zum einen gibt es die klassische, private Rentenversicherung, bei der das Versicherungsunternehmen die Beiträge in erster Linie sehr sicher investiert. Gewählt werden an dieser Stelle meistens Geldmarktpapiere, Termingelder und sichere Staatsanleihen. Bei der zweiten Variante, der fondsgebundenen Rentenversicherung, werden die Einzahlungen der Versicherten stattdessen in Fonds investiert. Diese Form der privaten Rentenversicherung bietet im Durchschnitt zwar eine etwas bessere Rendite als die klassische Rentenversicherung, dafür gibt es aber ein etwas erhöhtes Risiko, weil häufig auch in Aktienfonds investiert wird.

Das Drei-Schichten-Modell ist in Deutschland die Basis der Altersvorsorge und sollte möglichst von jedem Verbraucher genutzt werden. Die gesetzliche Rentenversicherung sollte daher mit einer staatlich geförderten Vorsorge, einer Betriebsrente sowie der privaten Altersvorsorge ergänzt werden. Nur so kann im Alter gewährleistet werden, dass eine ausreichende finanzielle Absicherung vorhanden ist.

Fragen und Antworten

  • Ab wann sollte privat fürs Alter vorgesorgt werden?

Diese Frage wird häufig gestellt und ist relativ einfach zu beantworten. Tatsächlich sollte heutzutage so früh möglich mit dem Aufbau der privaten Altersvorsorge begonnen werden, denn dann ist es schon mit relativ geringen Monatsbeiträgen möglich, später für eine stattliche private Zusatzrente zu sorgen. Demzufolge sollten bereits Auszubildende, Studenten oder Berufseinsteiger mit dem Aufbau der privaten Altersvorsorge beginnen.

  • Wie hoch ist die gesetzliche Rente im Alter?

Die Höhe der gesetzlichen Rente, die jeder zuvor rentenversicherungspflichtige Bürger hierzulande mit Eintritt ins Rentenalter erhält, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zu nennen sind in erster Linie die während des Arbeitslebens getätigten Einzahlungen und deren Höhe, die Dauer der Zahlungen sowie der Wert des einzelnen Rentenpunktes.

  • Welche Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge gibt es?

Falls Du regelmäßig sparen und so eine private Altersvorsorge aufbauen möchtest, stehen Dir dazu verschiedene Finanzprodukte zur Verfügung. Viele Verbraucher entscheiden sich beispielsweise für eine private Rentenversicherung, eine Kapitallebensversicherung, einen Fondssparplan oder auch für einen Banksparplan, der ebenfalls zum Aufbau einer Altersvorsorge geeignet ist.

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