asuro Interview: Alexander Kukovic zum Thema Existenzsicherung

Für den ein oder anderen mögen Versicherungen ein trockenes und langweiliges Thema sein. Für Alexander Kukovic sind Versicherungen eine Leidenschaft. Besonders, wenn es um den Bereich der Existenzsicherung geht, ist der Experte, der bei der Frankfurter Hoesch & Partner Versicherungsmakler GmbH arbeitet, Feuer und Flamme. Es ist für ihn eine angenehme Herausforderung für jeden individuellen Mandanten das optimale Versicherungspaket zu schnüren, die Risiken einzuschätzen und die Wünsche zu realisieren. Als Versicherungsexperte legt Alexander Kukovic auf Individualität und Qualität großen Wert. Dies spiegelt sich auch in seinem Motto „amt vitoria curam“, was so viel bedeutet wie „Der Sieg liebt die Vorbereitung“ wieder.
Wir haben Alexander Kukovic zu seinem Expertengebiet befragt und interessante Antworten erhalten!

asuro: Wir alle sind an unsere Existenz gebunden. Verlassen wir die Schule oder beenden wir die Ausbildung oder das Studium stehen wir auf eigenen Beinen. Immer wieder bekommen wir die Frage gestellt, ob eine Existenzsicherung notwendig ist. Wie ist da die Expertenmeinung?

Alexander Kukovic: Ich möchte auch hier mit einem Wortverweis starten: Existenzsicherung bedeutet nichts Anderes als Absicherung der Existenz. Und Existenz kommt von „existentia“, was so viel wie „Bestehen, Dasein“ bedeutet. Ohne einen gesunden Körper, einen gesunden Verstand und eine gesunde Seele können wir Menschen nicht bestehen bzw. sein. Für mich ergeben sich hieraus zwei entscheidende und absolut notwendige Versicherungsprodukte, die einfach jeder haben muss! Zum einen ist dies eine Krankenversicherung und zum anderen eine Arbeitskraftabsicherung.

Existenzsicherung Experte
Alexander Kukovic ist seit über zehn Jahren in der Versicherungsbranche tätig. Als Berater bei Hoesch & Partner ist er seit dreieinhalb Jahren tätig und stellt die Qualität seiner Beratung in den Vordergrund.

asuro: Warum sind in Deinen Augen gerade diese beiden Produkte wichtig?

Alexander Kukovic: Diese beiden Produkte sind aus einem verständlichen Grund äußerst wichtig: Die Gesundheit ist unser höchstes Gut. Man kann 10 Millionen auf dem Konto haben, aber wenn man krank ist, bringt einem das Geld auch nichts. Viele Menschen machen den Fehler, die Private Krankenversicherung aufgrund von gefährlichem Halbwissen direkt zu verteufeln. Ich sage: Wenn ich mich aus dem maroden, mit immer größeren Leistungslücken ausgestatteten und immer teurer werdenden Sozialsystem der gesetzlichen Krankenkasse lösen kann, dann nix wie raus da! In der PKV schließe ich einen privatwirtschaftlichen Vertrag ab, in welchen mir kein Gesetzgeber reinreden kann. Keine Leistungskürzungen und vor allem nicht jedes Jahr eine Beitragserhöhung von ungefähr 3 Prozent!

Existenzsicherung: Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherung als wichtige Schlüsselprodukte

asuro: Und wie sieht es mit der Berufsunfähigkeitsversicherung aus? Warum zählt diese ebenfalls zu den wichtigen Existenzabsicherungen?

Alexander Kukovic: In unserer durchkapitalisierten Welt ist unsere Arbeitskraft das zweithöchste Gut, das wir besitzen. Der Rheinländer sagt: „Kannste nix, biste nix!“ Wer sich hier wieder auf das marode Sozialsystem in Form der Erwerbsminderungsrente verlässt,  der ist auch schnell verlassen. Denn sie ist einerseits schwer zu erhalten und andererseits auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die Erwerbsminderungsrente, die übrigens nur ca. 40 Prozent des vorherigen Einkommens beträgt, bekommt man so beispielsweise nur, wenn man unter drei Stunden täglich in jedem anderen Beruf des allgemeinen Arbeitsmarktes nicht mehr arbeiten kann. Das ist eine sogenannte abstrakte Verweisung, die bei einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ausgeschlossen ist. Wer dort seinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kann, der ist berufsunfähig und bekommt die vertraglich festgehaltene Rente ausgezahlt.
Ich rate meinen Mandanten, insbesondere den Schülern und Studierenden immer: Sichere diese beiden Themen als erstes ab, weil Du jetzt noch jung und gesund bist. Alle anderen Versicherungen sind zweitrangig.

Existenzsicherung Experte
Für Familien ist die Absicherung ein wichtiger Faktor. Gerade das Thema Existenzsicherung spielt eine große Rolle, die Du mit einem Experten betrachten solltest.
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asuro: Versicherung ist gleich Versicherung, oder? Eigentlich ist es doch egal, welche man abschließt, Hauptsache, der grundlegende Schutz ist da?

Alexander Kukovic: Ja und nein. Leider suggerieren die „Fachzeitschriften“ einem gerne diese Meinung. Es ist aber leider komplett falsch und ehrlich gesagt ist es eine große Unverschämtheit, mit welchem geringen journalistischen Einsatz und versicherungstechnischen Wissen solche Artikel publiziert werden.
Grundsätzlich gilt bei egal welchem Versicherungsprodukt: Nicht alle Gesellschaften und Tarife sind gleich gut! Es gibt himmelweite Unterschiede. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein gutes Beispiel: Ich setze die Versicherungskriterien als oberstes an, weswegen es für mich als Experte vielleicht nur eine Hand voll Topversicherer gibt. Nicht mehr. Doch warum?
Die Versicherungsbedingungen der sehr guten Versicherer heben sich von allen anderen signifikant durch die „umgekehrte Beweispflicht“, so nenne ich es gerne, ab. Der Verzicht auf eine befristete Anerkenntnis in Kombination mit dem Verzicht auf Meldepflichten bedeutet: Der Versicherer muss Dir beweisen, dass Du nicht mehr berufsunfähig bist und nicht umgekehrt. Du musst dem Versicherer also nicht beweisen, dass Du noch berufsunfähig bist. Dies ist rechtlich gesehen ein entscheidender Vorteil.
Das ist aber auch nur die Spitze des Eisbergs. Viele machen auch den Fehler, sich die Unternehmenskennzahlen der Versicherungsgesellschaften nicht anzuschauen. Erst dieses Jahr mussten zwei Gesellschaften aufgrund der Niedrigzinsphase die Beiträge anpassen.

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Nicht nur für Familien ist die Existenzsicherung ein wichtiges Thema. Unser Experte Alexander Kukovic weißt darauf hin, dass insbesondere die Krankenversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung für Elternteile wichtig sind.
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asuro: Wenn die Versicherungsbedingungen so wichtig sind und die Bauchentscheidung für eine Versicherung eben der falsche Weg ist, fragen wir uns natürlich, wie man die beste Krankenversicherung für sich auswählen kann. Was sind die Anhaltspunkte, nach denen man sich orientieren sollte?

Alexander Kukovic: Diese Frage ist sehr komplex und die Beantwortung würde den gesetzten Rahmen sprengen, ich möchte dennoch ein paar Anhaltspunkte zur ersten Orientierung geben.

Die Versicherungsbedingungen sind, wie bereits erwähnt, wirklich wichtig. Nur darauf hat der Versicherungsnehmer einen Rechtsanspruch und sie sollten deswegen für jeden das primäre Auswahlkriterium sein. Als Zweites sollte man unbedingt auf die Unternehmenskennzahlen sowie die Finanzstärke des Versicherers achten. Ein Unternehmen mit hoher Eigenkapitalquote und einem großen Versichertenbestand wird beitragsstabiler sein als ein kleiner „Wald-und-Wiesen-Versicherer“.
Auch die Annahmepolitik ist ein wichtiger Faktor, der bei der Auswahl einer Versicherung nicht missachtet werden darf. Ist es ein Versicherer, der mit allem und jedem einen Rahmenvertrag abschließt, oder einer mit einer äußerst scharfen Gesundheitsprüfung? Ein Rahmenvertrag können beispielsweise große Unternehmen mit einem Versicherer abschließen, sodass die Mitarbeiter mit vereinfachter oder gänzlich ohne Gesundheitsprüfung doch noch einen Versicherungsschutz bekommen. Aber was heißt das für alle anderen Versicherten? Die Antwort lautet: Beitragsanpassungen!
Man sollte sich zunächst auf diese drei Punkte konzentrieren und sich nach ihnen orientieren. Allerdings sollte man insbesondere die Private Krankenkasse nicht ohne einen Profi abschließen.

asuro: Beim Abschluss einer Krankenversicherung gibt es, wie Du bereits geschildert hast, wirklich viel zu beachten. Was sind Deiner Meinung nach die Gründe, weswegen die Auswahl einer guten Krankenversicherung besonders wichtig ist?

Alexander Kukovic: Es ist im Generellen immer eine Frage nach den eigenen Vorlieben. Was möchte man für Leistungen erhalten? Soll der Chefarzt zu einem kommen und nach den Regeln der modernen Kunst behandeln oder reicht der Assistenzarzt? Wird ein elektrischer oder doch nur ein mechanischer Rollstuhl ausgehändigt? All das sind Fragen, die man sich im Vorfeld stellen sollte, um den perfekten Krankenversicherungsschutz zu finden.
Auch die Beitragsstabilität ist der Aspekt einer guten Krankenversicherung. Wie häufig werden die Beiträge aus welchen Gründen angepasst?
Bei der Auswahl der richtigen Krankenversicherung kann nur ein Versicherungsprofi die Kniffe und Tricks zeigen, die möglich sind, damit die Beiträge vor allem im Rentenalter nicht explodieren.

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Im Bereich Sachversicherungen ist es besonders wichtig, auf die Details zu achten. Bei der Haftpflichtversicherung ist beispielsweise die Deckungssumme ausschlaggebend.
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asuro: Kommen wir noch einmal auf das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung zurück. Wann sollte man eine solche abschließen? Eher Anfang bis Mitte Dreißig oder wenn die finanziellen Mittel dafür vorhanden sind?

Alexander Kukovic: Die Frage nach dem Wann ist schon einmal besser als die Frage nach dem Ob. Und die Antwort ist ganz klar zu beantworten: So früh wie möglich! Denn dadurch werden drei entscheidende Vorteile gesichert:

1. Bei einem frühen Abschluss wird der Gesundheitszustand eingefroren. Man fängt also mit kleinen Beiträgen an und kann seine Berufsunfähigkeitsrente später ohne eine weitere Gesundheitsprüfung anpassen lassen.

2. Das Alter wird eingefroren. Je jünger man ist, desto günstiger sind auch die Beiträge. Somit zahlt man über die gesamte Laufzeit auch insgesamt weniger.

3. Man sichert sich die aktuellen Versicherungsbedingungen (beruhend auf die aktuelle Versicherungslage). Beispielsweise wurde erst vor drei Jahren von Bisex- auf Unisexkalkulation umgestellt und der Garantiezins gesenkt. Die BU wurde in diesem Zusammenhang teurer.

Ich stelle meinen Mandanten in diesem Zusammenhang gerne eine Gegenfrage: Du versicherst Dein Auto für mehrere hundert Euro im Jahr. Welchen Wert hat es? 20.000 bis vielleicht 50.000 Euro? Jetzt rechne mal Dein Einkommen mal 12 Monate und multipliziere es mit den Jahren, die Du noch arbeiten musst. So knackt man schnell die Millionen.

Es gibt Versicherer, die bieten sogar schon eine BU für Schüler ab 10 Jahren an. Und es macht durchaus Sinn. Viele Studierende rufen bei mir an und bekommen schon keine bezahlbare Berufsunfähigkeitsversicherung mehr, weil sie beispielsweise in Therapie waren oder an Skoliose oder anderen Vorerkrankungen leiden. Schon allein aus diesem Grund: Schließe lieber früher als später eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab.

Sachversicherungen runden das Paket zur Existenzversicherung ab

asuro: Es gibt ja noch andere Versicherungen, beispielsweise die Privathaftpflichtversicherung. Gerade diese gilt als Basisschutz. Müssen auch Studierende und Auszubildende diesen Schutz haben?

Alexander Kukovic: Wirklich jeder sollte über diesen Schutz verfügen. Egal, ob Schüler, Student, Auszubildender oder Rentner. Denn nach §§823 ff. des BGB haftet man mit seinem jetzigen und zukünftigen Vermögen für alle Schäden, die man Dritten zufügt. Von daher gehört die Privathaftpflichtversicherung für mich auch zu den drei Existenzversicherungen. Solange man sich in der Erstausbildung befindet und/oder im elterlichen Haushalt wohnt, ist man in der Regel ohnehin über die Familienhaftpflichtversicherung der Eltern abgesichert.

asuro: Auf was muss man bei Abschluss der Privathaftpflichtversicherung achten?

Alexander Kukovic: Auch, wenn ich die PHV zuvor als „einfaches“ Versicherungsprodukt bezeichnet habe, ist sie das keineswegs. Auch bei diesem Produkt gilt es auf eine Menge Leistungspunkte zu achten. Beispielsweise die sogenannte Forderungsausfalldeckung. Bedeutet: Fügt mir jemand einen Schaden zu und derjenige hat keine eigene PHV bzw. kann für den Schaden nicht zahlen, dann bringt meine eigene ein und zahlt.

asuro: Kommen wir zur abschließenden Frage: Sollte man sich bezüglich der Existenzsicherung beraten lassen? Und wie findet man den richtigen Fachmann?

Alexander Kukovic: Ja, man sollte sich zu jeder Versicherung beraten lassen. Der Versicherungskaufmann beziehungsweise die Versicherungskauffrau ist ein Ausbildungsberuf. Ich Maße mir auch nicht an, eine erstklassige Torte zu backen oder gar eine Steuererklärung machen zu können. Auch ein Berater kann erst nach eingehender Prüfung eine Aussage über die möglichen Kosten machen. Lasst Euch beraten – nur so werdet ihr mit eurem Versicherungsschutz glücklich.

 

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