Schutz für den Todesfall: Die Familie richtig absichern

Niemand möchte an solch eine Situation denken: Eine junge Familie lebt glücklich mit zwei Kindern im neuen Einfamilienhaus. Doch dann verunglückt der Vater tödlich mit dem Motorrad. Was nun folgt, kann man sich nur schwer vorstellen. In der großen Trauer müssen die verschiedensten Dinge organisiert und viele unangenehme Formalitäten erledigt werden. Bei der Durchsicht der vorhandenen Versicherungen ist es eine große Erleichterung, wenn an die finanzielle Absicherung für diesen Fall gedacht wurde.

Schreckens-Szenario ohne Absicherung

Nach dem Verlust des Ehepartners entstehen Kosten für die Bestattung und die Trauerfeier. Außerdem laufen zunächst sämtliche Kosten weiter, während plötzlich das Haupteinkommen der Familie wegfällt. Wer hier kein Polster hat, kommt schnell in finanzielle Bedrängnis. Wichtige Verträge müssten gekündigt, der Lebensstandard stark eingeschränkt werden. Die Mutter muss sich um entsprechende Aufstockung der Arbeit bemühen. Kindererziehung und Haushalt lasten zusätzlich allein auf ihren Schultern. Unter Umständen können nach einigen Monaten die Darlehensraten bei der Bank nicht mehr bezahlt werden, und eine Veräußerung der Immobilie würde unumgänglich. Auch die Ausbildungsmöglichkeiten für die Kinder könnten sich mangels Mitteln verschlechtern oder die nötige Pflege der Eltern nicht mehr bewerkstelligt werden. All diese Punkte wären auch für einen hinterbliebenen Ehemann eine große Last und zeigen auf, wie wichtig es ist, Vorsorge für den Todesfall zu treffen.

Eine verbundene Risikolebensversicherung sichert die Partner gegenseitig meist kostengünstiger ab, als wenn zwei Einzelverträge abgeschlossen werden.

Klaffende Lücke bei staatlichen Leistungen

Der Staat zahlt zwar in gewissen Fällen und nach Durchlaufen vieler Formalitäten (geklärtes Rentenkonto, Geburtsurkunden der Kinder, letzte Lohn- und Beitragsnachweise usw.) eine staatliche Witwen- und Waisenrente, doch reicht diese „Grundversorgung“ bei Weitem nicht aus. Für die „große Witwenrente“ muss die Witwe z. B. mindestens 47 Jahre alt sein, ein Kind erziehen oder vermindert erwerbsfähig sein. Die Rente beläuft sich durchschnittlich auf ca. 18 % des letzten Bruttogehalts, wobei gewisse Einkünfte der Frau angerechnet werden. Hinzu kommen Zuschläge für Kindererziehung und die Halbwaisenrente, die im Schnitt 6 % des letzten Bruttogehalts beträgt. Bei einem Nettogehalt von ca. 1850 EUR bekäme unsere Witwe für sich und die Kinder gerade einmal ca. 550 EUR an Leistungen. Bei Paaren ohne Trauschein besteht gar kein Anspruch auf Hinterbliebenenrente.

Risikolebensversicherung günstig zu haben

Es ist wichtig, dass Du Deine Familie richtig absicherst und an den Worst-Case denkst! Foto: Adobe Stock, contrastwerkstatt
Es ist wichtig, dass Du Deine Familie richtig absicherst und an den Worst-Case denkst!
Foto: Adobe Stock, contrastwerkstatt

Eine Risikolebensversicherung zahlt im Todesfall die vereinbarte Summe an die im Vertrag angegebene „bezugsberechtigte Person“. Sie ist eine reine Risikovorsorge für den Tod, keine Altersvorsorge, bei der Vermögen angespart wird. Der Vorteil daran ist, dass die Überschüsse mit dem Beitrag verrechnet werden und dadurch ein relativ hoher Versicherungsschutz zu einem günstigen Beitrag erreicht wird.

Um die Versorgungslücke angemessen zu schließen, sollte unsere Beispielfamilie mit einer Risikolebensversicherung in Höhe der vierfachen Summe des Jahreseinkommens abgesichert sein. So stünde der Witwe eine monatliche private Zusatzrente zur Verfügung, mit der sie die nötigen Kosten decken kann.

Persönliche Versorgungslücke ermitteln

Mache Dir rechtzeitig Gedanken um Deine individuellen Versorgungslücken. Welche Leistungen würden der Familie im Ernstfall zustehen? Welche laufenden Fixkosten und Lebenshaltungskosten wären unbedingt zu decken? Für wen und in welcher Höhe sollte der Versicherungsschutz gelten?

Ermittle anhand Deiner persönlichen Verhältnisse die passende Versicherungssumme und vergleiche mehrere Angebote.

Früher Abschluss lohnt sich

Gerade in jungen Jahren ist der Abschluss der Police günstig. Denn der Faktor Alter spielt neben der beruflichen Tätigkeit eine Rolle bei der Beitragsermittlung. Bei den ab einer gewissen Versicherungshöhe zu beantwortenden Gesundheitsfragen sollte man ehrlich sein, da die Versicherung sonst später die Leistung verweigern kann. Je älter man wird, desto höher ist das Risiko, aufgrund bestehender Beschwerden einen höheren Beitrag in Kauf nehmen zu müssen. Auch Risikosportarten oder Rauchen spielen eine Rolle bei der Beitragshöhe.

Rechtzeitiger Vertragsabschluss schützt vor teuren Beiträgen.

Steuerliche Absetzbarkeit

Die Beiträge zur Risikolebensversicherung können bis zu einem gewissen Höchstbetrag in der Steuerklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Durch die Verminderung des zu versteuernden Einkommens sparst Du entsprechend Steuern.

Bei der Auszahlung der Versicherungssumme gibt es in den wenigsten Fällen Probleme mit der Erbschaftssteuer, da die Freibeträge z.B. bei Ehepartnern mit 500.000 EUR und bei Kindern mit 400.000 EUR sehr hoch liegen.

Trage die gezahlten Versicherungsprämien in der Anlage „Vorsorgeaufwand“ ab Zeile 46 bei „weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen“ ein.

Vertragslaufzeit optimieren

Es sollte darauf geachtet werden, dass die Vertragslaufzeit von ausreichender Dauer ist. Es wäre fatal, wenn der Versicherungsschutz mit 55 Jahren endet, obwohl die Baufinanzierung noch zehn Jahre läuft. Wenn die Immobilie abbezahlt ist und die Kinder mit der Ausbildung fertig sind, kann der Risikoschutz entfallen.

Versicherungssumme

Es besteht die Möglichkeit, eine fallende Versicherungssumme zu vereinbaren. Dies käme z.B. zur Absicherung von Baufinanzierungen infrage. Doch solltest Du dabei aufpassen, im Ernstfall nicht unterversorgt zu sein. Es besteht die Gefahr von Inflation sowie Steigerung der Neben- und Lebenshaltungskosten. Deshalb macht es eher Sinn, die Versicherungssumme mit einer vereinbarten Dynamik anzupassen.

Wähle eine ausreichende Versicherungssumme und Vertragslaufzeit.

Umtauschrecht

In manchen Verträgen ist geregelt, dass Du die Risikolebensversicherung innerhalb von zehn Jahren in eine kapitalbildende Lebens- oder Rentenversicherung mit Hinterbliebenenvorsorge umwandeln kannst. Vorteil hierbei ist, dass keine erneute Gesundheitsprüfung erfolgen muss und somit die Möglichkeit einer weiteren Nutzung für die Altersvorsorge besteht.

Risikovorsorge und Geldanlage trennen

Die Kapitallebensversicherung ist eine Alternative zur reinen Risikolebensversicherung und dient zusätzlich zur Altersvorsorge. Doch ist der Risikoschutz hier im Verhältnis teurer als bei der reinen Risikolebensversicherung. Der Beitrag setzt sich aus einem Spar- und einem Risikoanteil zusammen. Zu beachten ist, dass der Garantiezins und die Verzinsung aus der Überschussbeteiligung nur auf den nach Abzug der Kosten verbleibenden Sparbetrag berechnet werden. Alternativ bieten sich auch flexiblere und teils rentablere Anlageformen wie Fonds- oder Banksparpläne zur Altersvorsorge an. Die Ansparung von Kapital für die Altersvorsorge sollte unabhängig von der Risikovorsorge erfolgen.

Durch den Abschluss einer Risikolebensversicherung kannst Du zu einem günstigen Beitrag für den schlimmsten Fall vorsorgen. Handle rechtzeitig und vereinbare eine sinnvolle Höhe und Laufzeit. Unabhängig davon sollte ein regelmäßiger Beitrag in die Altersvorsorge fließen. Es ist ein beruhigendes Gefühl, zu wissen, dass die Familie im Ernstfall zumindest in finanzieller Hinsicht versorgt wäre.

Alle Beiträge